Wohltätigkeitsrallye nach Gambia: vor dem Truck von links Albrecht Leppin, Thomas Rathke, Johanna Brehm, Fabian Bickel. Foto: Meyer

Dresden-Dakar-Banjul: Vier Abenteurer suchen Sponsoren für guten Zweck

Alheim/Banjul. Das Feuerwehrauto mit dem schweren Wasserwerfer auf dem Dach hat viele Jahre brav seinen Dienst getan und sogar offiziell Oldtimer-Status. Sicher hätte es den Ruhestand verdient – dabei steht dem Fahrzeug ein zweites Leben noch bevor: Fabian Bickel und Thomas Rathke aus Alheim sowie Johanna Brehm und Albrecht Leppin haben den verrückten Plan, mit dem alten Feuerwehrauto im Februar 2015 zu einer 7000 Kilometer weiten Rallye nach Gambia in Westafrika aufzubrechen.

Die Rallye Dresden-Dakar-Banjul fand schon mehrmals statt und ist ein Projekt des Dresdner Vereins Breitengrad, der Hilfsorganisationen in Afrika mit Sach- und Geldmitteln unterstützt. In der Kolonne legen 50 Fahrzeuge den weiten Weg zurück. Die Rallye-Fahrzeuge werden am Zielort meistbietend versteigert, das eingenommene Geld kommt Schulen oder der Armenspeisung zugute.

Gut durchdacht

So verrückt der Plan, so gut ist er auch durchdacht. Die Freunde Thomas und Fabian sind erfahrene Schrauber, Fabian zudem Mechatroniker von Beruf. Sie wissen: Das schwere Feuerwehrauto, 1979 in der DDR in Betrieb genommen und bis vor einem Jahr im Einsatz, ist gar nicht so ungeeignet für den Wüstenritt. Bei einem Tachostand von nur 30 000 Kilometern ist es top gepflegt und gewartet. Der „Truck for Africa“, wie sie ihn nennen, hat einen 125 PS starken Dieselmotor und Allradgetriebe. Für 2800 Euro haben die Abenteurer ihn erstanden.

Schotterpisten warten in Afrika, Staub, Temperaturen von bis zu 40 Grad, dazu der anhaltend ohrenbetäubende Lärm in einer unbequemen Fahrgastkabine. Die vier lockt das Abenteuer, verbunden mit der Möglichkeit, Hilfsprojekte zu unterstützen und Werbung für sie zu machen. BWL-Studentin Johanna Brehm hat im vergangenen Jahr bereits ein Jahr lang in einem Kindergarten in Ghana gearbeitet und festgestellt, dass in Afrika viel Hilfe benötigt wird: „Da fehlt’s an so vielem.“

Bis zum Start bleibt einiges zu tun. Die Abenteurer haben noch nicht entschieden, ob sie den 2000-Liter-Wassertank ausbauen und so Platz für Schlafgelegenheiten schaffen oder ihn im Fahrzeug lassen, damit es nachher weiter als Löschfahrzeug genutzt werden kann. Hübsch machen wollen sie den Truck auf jeden Fall, den Lack aufarbeiten, außerdem müssen Visa für Senegal und Mauretanien beschafft werden. Vor allem aber wollen sie jetzt Werbung machen und Sponsoren gewinnen – damit am Schluss viel Geld in Afrika ankommt.

Quelle: HNA / Achim Meyer